Castello Calcione















Der Palio di Siena


Der Palio di Siena (manchmal auch: das Palio, ital. Il Palio) ist eines der härtesten Pferderennen der Welt. Palio bezeichnet in Italien allgemein einen Wettkampf zwischen benachbarten Gebieten, der mit Pferden oder anderen Tieren ausgetragen wird. Der Palio von Siena wird auf dem zentralen Platz der Stadt ausgetragen, der Piazza del Campo. Im Rennen treten die heute 17 Contraden, die Stadtteile Sienas, gegeneinander an (siehe: Regeln). Es wird seit dem Mittelalter zweimal jährlich veranstaltet und ist „das” Ereignis in Siena. Daneben gibt es auch in anderen Städten einen Palio, unter anderem in Asti, der am dritten Sonntag im September veranstaltet wird. Das Rennen am 2. Juli findet zu Ehren der Madonna di Provenzano (Palio di Provenzano) statt, das am 16. August zu Ehren der Maria Himmelfahrt (Palio dell’Assunta). Der Sieger des Palio di Siena bekommt als Preis eine bunte Standarte, die jährlich neu gestaltet wird. Diese Standarte ist ein Seidenbanner an einer Hellebarde. Verwendete Motive sind die Madonna und die Symbole der teilnehmenden Contraden.
Jede der 17 Contraden wird durch einen Reiter und ein Pferd repräsentiert. Beide tragen die Farben und Wappen der entsprechenden contrada.
Pro Rennen sind immer nur 10 der 17 Contraden zugelassen, und zwar immer jene 7, die im Vorjahr beim entsprechenden Rennen aussetzen mussten und 3 Contraden, die durch das Los bestimmt werden.
Keine der Contraden besitzt eines der Pferde, die bei den Rennen eingesetzt werden. Eine Kommission inspiziert eine Vorauswahl von ca. 60 Pferden. Welches Pferd welcher Contrade zukommt, entscheidet dann wieder das Los. Diese Auslosung findet 3 Tage vor dem Rennen statt und wird tratta genannt. Auch die fantini, die Reiter, sind keiner der Contraden zugehörig. Diese Jockeys werden gemietet. Die Rennbahn ist ein ca. 300 m langer Rundkurs auf dem äußeren Ring der Piazza del Campo. Der Einzug (passeggiata) der Contraden auf die Piazza del Campo ist sehr eindrucksvoll.
Nach dem Einzug der Contraden sorgt der Startmeister (mossiere) dafür, dass die Pferde und Reiter die korrekte Startposition, welche auch durch Los entschieden wird, einnehmen. Der Start erfolgt an der Startleine (canapo) und wird ausgelöst, wenn der zehnte Reiter in die Mossa (Startbereich) einreitet. Aufgrund der drangvollen Enge auf dem Platz und der allgemeinen Spannung ist das mehr als schwierig und so kommt es regelmäßig zu Fehlstarts. Nach dem Start geht das Rennen dreimal um den Platz. Hierfür brauchen die Reiter auf ihren Pferden in der Regel ca. 100 Sekunden.
Die Pferde werden ungesattelt geritten. Beim Lauf selbst sind gegenseitige Behinderungen zulässig, einschließlich des Einsatzes des Ochsenziemers (nerbo) gegen die Konkurrenten (Pferd und Reiter). Einen anderen Reiter vom Pferd zu ziehen ist zwar verboten, es geschieht aber immer wieder, auch wenn ein solches Vergehen eine Strafe für den Stadtteil (und ev. auch für den Reiter) nach sich zieht (meist Sperre für ein oder mehrere Rennen).
Gewinner ist das Pferd, welches nach der letzten Runde als erstes die Ziellinie überquert. Der Reiter muss nicht notwendigerweise ins Ziel kommen. Ein Pferd ohne Reiter nennt man „scosso”. Wichtig ist jedoch, dass das Pferd weiterhin das Diadem der Contrade auf seiner Stirn trägt. Verliert es dieses, ist es aus dem Rennen. Ein scosso-Sieg ist nicht selten, da das Pferd ohne Reiter schneller laufen kann. Wichtiger als der eigene Sieg ist es, einen etwaigen Sieg der verfeindeten Contrade zu verhindern.
Nach dem Sieg bekommt die siegreiche Contrade den Palio. Die siegreiche Contrade feiert teilweise mehrere Wochen. Wetten werden traditionellerweise nicht abgeschlossen, da dies Unglück bringen würde, wie die Sienesen meinen.
Der Zweitplatzierte gilt traditionell als wirklicher Verlierer, noch schlechter angesehen als der Letzte.
Die Contraden
Aquila (Adler)
Bruco (Raupe)
Chiocciola (Schnecke)
Civetta (Kauz)
Drago (Drage)
Giraffa (Giraffe)
Istrice (Stachelschwein)
Leocorno (Einhorn)
Lupa (Wölfin)
Nicchio (Muschel)
Oca (Gans)
Onda (Welle)
Pantera (Panther)
Selva (Wald)
Tartuca (Schildkröte)
Torre (Turm)
Valdimontone (Widder)

Weitere Infos und Tickets:
http://www.liaisonsabroad.com/italy/palio.html
http://www.culturalitaly.com/festivals/sienapalio.htm
http://www.wstickets.com/horses/racing/palio_horse_race_tickets.html

















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